Wie soll ein Mann sein?

Vor einiger Zeit habe ich einen Tex gefunden, der mich ziemlich nachdenklich gemacht hat Der ideale Mann soll heute im…

18. September 2011
Wie soll ein Mann sein?

Liebe Akademiker, vor einiger Zeit habe ich einen Tex gefunden, der mich ziemlich nachdenklich gemacht hat

Der ideale Mann soll heute im Job erfolgreich sein, sich durchsetzen, gut verdienen, dabei flexible Arbeitszeiten haben , um seiner berufstätigen Frau den Rücken freizuhalten und die Kinder aus dem Kindergarten abzuholen. Er soll seine Partnerin grenzenlos lieben, gut zuhören und stets einfühlsam auf ihre Wünsche und Probleme reagieren. Nebenbei muss er sich vorbildlich um seine Kinder kümmern und, neben der Pflege von Auto, Haus und Garten, mindestens 50 Prozent der Hausarbeit übernehmen – allerdings ohne ihre Vormachtstellung in diesem angestammten Herrschaftsfeld in Frage zu stellen. Er darf keinen anderen Frauen hinterher schauen, nicht auf Pornoseiten surfen, muss seine Frau mit Leidenschaft befriedigen, sich jedoch klaglos zurücknehmen, wenn sie gerade und egal wie lange sie nicht will. Dabei ist er immer schick gekleidet, dezent parfümiert und macht Geschenke zum Geburtstag nicht unter 300 Euro. Nach einer Trennung soll er den Unterhalt für die Kinder zahlen und sich freuen, wenn er sie, bei guter Führung, einmal in 14 Tagen sehen darf. Bei all dem wird er nicht krank, beklagt sich nicht, hat keinen Burn- Out, stirbt jedoch rechtzeitig vor seiner Frau und hinterlässt ihr ein gut gefülltes Konto.

Die Sätze sind von Peter Thiel, er ist Familientherapeut, lebt in Berlin und berät überwiegend Männer.
(Ja, er ist selbst verheiratet *g* )

Trotz einiger sicher gewollten Übertreibungen scheint mir der Text eine gute Zusammenfassung dessen zu sein, was heutzutage an "Anforderungen" an einen Mann gestellt wird. Nun gehöre ich ja zu einer schon etwas älteren Generation, hier in der Gruppe sind aber einige, die sich sicher im Leben mit solchen Anforderungen auseinandersetzen müssen bzw. sie als "Masstab" schon verinnerlicht haben.

Wie geht ihr damit um? Empfindet ihr es als zusätzliche Belastung, als Herausforderung oder seid ihr der Meinung, daß es sich um ein überwiegend von den Medien hochgejubeltes Thema handelt?
18. September 2011
Danke für das Thema!

Im Text steht hauptsächlich, wie Mann sein SOLL und das ist das, was ich als "Eier abschrauben" empfinde.
Ich habe das Gefühl, dass die meisten Männer heute nicht mehr ihre Potentiale und Fähigkeiten leben, sondern versuchen, den Erwartungen zu entsprechen. Das ist nicht authentisch, nicht instinktiv, nicht männlich - das ist "anerzogen" im Rahmen der gender-mainstream-Bescheuertheit.

Wenn sich ein Mann heute so verhält, wie seine Frau(en) / die Gesellschaft es von ihm erwarten, werden ihm die Eier abgeschraubt und er rennt früher oder später als Kastrat durch die Welt.
Meine Erfahrungen damit sind folgende: gespielte Empörung bei vielen, wenn er sich den gesellschaftlichen Erwartungen nicht fügt und sich damit vermeintlich "frauenfeindlich" oder "machohaft" verhält, aber in Wirklichkeit macht das eben auch genau diese Frauen total an, weil sich dahinter eben noch ein richtiger Mann verbirgt, der sich seine Eier nicht abdrehen lässt.

Es kann eben nicht jeder alles und man sollte auch nicht versuchen, sich das einreden zu lassen.
Männlichkeit wird heute äußerlich wie ein Schmuck zur Schau getragen, in Form von Tattoos, Body-tuning oder branding, Piercing ect. Vater unser der du bist im Himmel!: Bitte lass das nicht alles sein, was vom Manne übrig blieb.....
18. September 2011

Mich macht dieser Text weniger nachdenklich als vielmehr ärgerlich.
Eine Ansammlung von Klischees - es fehlt jetzt nur noch das weibliche Pendant dazu..

Auch wenn er es ironisch gemeint hat, von einem ernst zu nehmenden Therapeuten erwarte ich anderes ... Jedenfals würde ich ihn wohl nicht für Paare mit Problemen empfehlen.
18. September 2011
ich fürchte....

.....genauso wie er es beschrieben hat ist es doch wirklich. *snief*
Was noch fehlt ist der Anspruch "ein wenig Macho und ein wenig Softie zu sein" und das natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt, der Einem jedoch nicht gesagt wird, sondern den Mann bitte schön selbst zu erkennen hat.
Liest man in den Profilen hier auf jeden Fall sehr oft. Dann bitte noch empathisch sein, ein schreckliches Wort, aber ebenso häufig als Voraussetzung für ein kennenlernen aufgeführt. Und um noch eins draufzusetzen "Achtung und Respekt" , erzuegt bei mir immer wieder ein Schmunzeln. Nicht das ich Achtung und Respekt ablehne, nein es ist unbedingt wichtig, aber es von Jemandem zu erwarten, es in seinem Profil ganz oben anstellen und dann nicht die "Achtung und den respekt" besitzen Nachrichten zu beantworten, das stösst doch auf Unverständnis.
Aber ich schweife etwas von thema ab. Tut mir leid.
Alles in Allem hat der Autor des Artikels meiner Meinung nach Recht, das ist bedauerlich aber es ist so.
Wir Männer sind doch eigentlich nur Jäger und Sammler, also lasst uns das doch einfach machen......denn das könne wir am Besten *zwinker*
Und immer schön empathisch bleiben.........Schönen Sonntag
18. September 2011
@Katze

Ich weiss nicht, was ein ernst zu nehmender Therapeut ist (bei den sehr wenigen, die ich kenne, hatte ich allerdings immer den Eindruck, sie hätten diesen Beruf gewählt um rauszukriegen, was mit ihnen selber los ist ..... *zwinker* ) aber als Klischee habe ich das nicht empfunden.

Ich finde diese Anforderungen, zwar nicht in so geballter Form, auch hier häufig in den Foren wieder, wenn es um "Partnerschaft" geht.

Frauen sind ja seit sehr langer Zeit mit einem Kanon von Forderungen konfrontiert "wie eine Frau zu sein hat". Da hat sicher jede eine Form des Umgangs damit gefunden, vor allem weil das gleiche Problem schon die Mütter und Großmütter hatten ...

Für Männer ist es aber relativ neu, dass es scheinbar nicht mehr ausreicht, sich als Ernährer und Familienoberhaupt zu definieren .... mich interessiert einfach, wie die heutige Generation damit umgeht.
18. September 2011

das liest sich wie die eierlegende wollmilchsau!

für manche ist das sicher das ideal, ich würde es eher als langweilig empfinden. ein partner sollte eine ergänzung sein, kein alleskönner und macher auf dem ich mich ausruhen kann!
18. September 2011

ein partner sollte eine ergänzung sein

ja aber was ist die Ergänzung? Wonach soll Mann sich da richten?
Die Vielzahl der Lebensmodelle ist für Männer ebenso verunsichernd wie für Frauen. Insofern kann man sich nicht wirklich "ergänzen", sondern nur einen Kompromiss finden und das finde ich verlogen.
18. September 2011
Mal aus der Sicht eines Mannes:

Diese SOLL-Beschreibung eines Mannes ist doch total daneben. Unter die Beschreibung muss eigentlich nur noch folgender Satz hinzugefügt werden:

"Eben der totale Frauenversteher"

Damit kann er sich dann mit einem Prosecco neben seine biertrinkenden Kollegen beim Fußball setzen und ganz angewiedert vom Fußball von Synchronschwimmerinnen träumen oder sich gleich an den Nebentisch setzen....

Ist das der Typ Mann, den Frauen wirklich wollen? Hinterfragt Euch mal bitte, ob ihr so jemanden haben wolltet? Einen richtigen Softy....

Wir Männer, die meißten von uns jedenfalls, wollen doch auch mal alleine in die Kneipe, mal ohne die Worte "Musst Du schon wieder so viel Bier trinken" zusammensitzen, mal alleine die Sau durchs Dorf treiben, etc.

Damit werden wir doch nicht alle gleich zu frauenfeindlichen Machos, sondern zu Männern, die eben doch ein wenig anders sind als die Frauen.

Sicherlich können die einen nicht ohne die anderen - und das ist auch gut so, aber alles muss seine Grenzen haben!
18. September 2011
Na gut ...

Zum idealen Mann passt die ideale Frau!
Und nur die und wirklich keine andere... *zwinker*

Es mag ja sein, dass dieses Ideal in manchen Köpfen rumgeistert, aber mal ehrlich: Wer, der die Teenagerjahre hinter sich gelassen hat, hält denn daran wirklich noch fest? Vorausgesetzt, es besteht echtes Interesse an einer realen Beziehung ?

Dieses Ideal erinnert mich an das "absolut schöne Gesicht", eines, das am Computer aus ganz vielen Einzelteilen, die als "schön" empfunden werden, zusammengesetzt ist - und heraus kommt ein völlig nichtssagendes Etwas.

Frauen sind ja seit sehr langer Zeit mit einem Kanon von Forderungen konfrontiert "wie eine Frau zu sein hat". ...

Ja, den gabe es sicher - aber haben sich denn alle daran gehalten?
18. September 2011
Frauenversteher

Hinterfragt Euch mal bitte, ob ihr so jemanden haben wolltet? Einen richtigen Softy....

Also ich kann Frauen in ganz vielen Punkten verstehen deshalb muss ich aber noch lange kein Softi sein... *nono*

Auch ein Mann hat seine Facetten,oder..??
Frauen verstehen zu können ist doch nur eine davon... *find*

Lg
18. September 2011

Vorausgesetzt, es besteht echtes Interesse an einer realen Beziehung ?

Ich denke, dass die meisten hier bei JC keine Paar-Beziehung mehr suchen, weil sie gesehen haben, dass so etwas heute nur noch in Ausnahmefällen funktioniert und auch nur für einen gewissen Zeitraum; und natürlich auch, weil sie realisieren (sollten), dass sie das selbst nicht können. Und das liegt auch an der Orientierungslosigkeit und an fehlenden Vorbildern. Man hat gesehen, wie es die Eltern vorgelebt haben (wenn man Glück hatte beide Elternteile) und das werden viele auch nicht unbedingt als nachahmenswert empfunden haben.
So verbinden viele mit "Männlichkeit" vielleicht eher Schwäche und mit "Weiblichkeit" eher Dominanz und lehnen das für die eigene Geschlechtsidentifikation ab. Es ist unbequem, selbstverletzend und z.T. auch desillusionierend, hier ehrlich gegen sich selbst zu sein. Aber nur so kann man auch "seinen" Weg finden.
18. September 2011

Der Witz an der Sache ist, das manche Männer dann ja versuchen, so zu sein. Und entweder kriegen sie's nicht hin, müssen Kompromisse eingehen und an eigenen Grenzen scheitern - dann haben wir @Konvergenz' abgedrehte Eier.

Ooooder sie kriegen's irgendwie hin - und merken irgendwann: Wozu brauch ich dann eine Frau? Ich kann ja alles, bin der ideale flexible Frauenverstehermacho, dem alle Frauen (in den Grenzen phänotypischer Kompatibilität) zu Füßen liegen. Ergo: Keine Beziehungen mehr, nur noch Spaß - und jede Menge gestärkter Illusionen und gebrochener Herzen.
18. September 2011

Ergo: Keine Beziehungen mehr, nur noch Spaß - und jede Menge gestärkter Illusionen und gebrochener Herzen.

ja natürlich ist das auch tragisch; aber sicher nicht nur für die Frau. Ich denke mal, der Frauenverstehermacho hat da durchaus auch seinen Leidensdruck und seine Nähe-Distanz-Problematik.
Aber sollte es (bezogen auf die Paar-Ebene), nicht wichtiger sein, bei sich zu bleiben/ sich selbst treu zu bleiben als den Ansprüchen anderer zu genügen?
18. September 2011

Aber sollte es (bezogen auf die Paar-Ebene), nicht wichtiger sein, bei sich zu bleiben/ sich selbst treu zu bleiben als den Ansprüchen anderer zu genügen?

Ja und nein - so sehe ich das jedenfalls.
In einer Paarbeziehung - ob kurz oder lang, ob Affäre oder auf Langzeit angelegt - ist beides wichtig - ist eben eine Gratwanderung.

Es funktioniert wohl nur, wenn das "Sich-treu-bleiben" auch mal durch ein "Zurückstecken" abgewechselt wird - auf beiden Seiten.
18. September 2011

Ich habe die Erfahrung gemacht und sehe es in meinem privatem und beruflichem Umfeld sich häufig wiederholen:

Wenn die Familie durch Kinder erweitert wird, strebt Mann in Absprache mit Frau die Einkommensmaximierung an. Der Familie kommt das nur zu Gute. Das geht aber nicht ohne dass der Mann wesentlich mehr im Job beschäftigt ist. Zwangsläufig hat dieser weniger Zeit für die Familie und der Teufelskreis beginnt. Er ist unausgeglichen, verbringt weniger Zeit mit den Kindern und die Frau sucht mit Diesen andere Tätigkeitsfelder. Mann sieht seine Kinder vielleicht noch am Morgen, bis spät Abends arbeitet er im Büro, der Kanzlei oder der Praxis. Die Zeiten der Ruhe und Verbindung begrenzen sich auf die Urlaube. Wovon die ersten Tage zerstritten sind. Die Trennung ist vorprogrammiert. Manche wachen davon auf und es gibt ne Versöhnung oder Frau sucht sich nen Mann der die geforderten Parameter (Ausgangsfrage) erfüllt. Der maximale Unterhalt macht es ihr leicht.

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